Mit dem Rad von Erfurt nach Berlin –
der Liebe wegen

Gerald Denner

Porträt eines älteren Herren mit weißen Haaren und Brille

Gerald Denner erlernte wie sein Großvater Georg und sein Vater Gustav in Erfurt das Handwerk des Goldschmieds. Doch in Erfurt blieb er nicht. Der Liebe wegen zog es ihn nach Berlin. Hier eröffnete er nach Ablegen der Meisterprüfung sein eigenes Geschäft in Kreuzberg, übernahm 1981 das Schmuckfachgeschäft Kasper in der Brunowstraße 51 und gab ihm einen neuen Namen: Goldschmiede Gerald Denner. Heute wird es von seiner Tochter Dagmar und dem Schwiegersohn Michael Grimm betrieben, welches der 89-jährige noch immer oft besucht. Er erinnert sich:

Sie sind in eine Goldschmiede-Familie hineingeboren worden. Haben Sie jemals mit dem Gedanken gespielt, einen anderen Berufsweg einzuschlagen?

Gerald Denner: Der Gedanke kam eigentlich gar nicht erst auf, denn mein Weg als ältester Sohn einer großen Goldschmiedefamilie war vorgegeben. Es gab die Werkstatt und das Geschäft und den Satz meines Vaters „Du wirst Goldschmied“. Aber es gab auch keine Lehrstellen. So stellte sich mir diese Frage eigentlich gar nicht.

Wie haben Sie damals gearbeitet und was hat Sie besonders begeistert?

Gerald Denner: Gearbeitet haben wir damals genauso wie heute, denn das Material ist dasselbe und das Handwerk ist gleich geblieben. Und was mich an diesem Beruf schon damals so begeistert hat, war die Tatsache, etwas herstellen zu können. Und es war schön und ich war stolz darauf, ein weiteres tolles Schmuckstück vorzeigen zu können.

An was erinnern Sie sich gerne zurück in Ihrer Heimat in Erfurt?

Gerald Denner: An Erfurt kann ich mich kaum noch erinnern, denn ich bin zu früh von zu Hause weggegangen. Ich habe ausgelernt und noch zwei Jahre zu Hause gearbeitet – und dann war ich weg.

Maren Foryta, Innungsmeisterin, und Bürgermeister Uwe Brockhausen gratulieren Gerald Denner zum Goldenen Meisterjubiläum

„Meine persönliche Handschrift sind Siegelringe.“

Wohin sind Sie dann gegangen?

Gerald Denner: Nach Berlin, und zwar der Liebe wegen. Helga war zu Besuch in Erfurt bei ihrer Verwandtschaft, als wir uns kennenlernten. Wir waren dann zusammen in der Tanzstunde, und für mich war schnell klar: Das ist sie – die und keine andere. Und so habe ich mich dann am 28. April 1950 früh morgens um 4 Uhr in Erfurt aufs Fahrrad geschwungen und bin die 300 Kilometer bis nach Berlin an nur einem Tag geradelt – als 19-Jähriger schafft man das schon. In Berlin bin ich geblieben und habe Helga geheiratet. Erst habe ich gearbeitet und meine Meisterprüfung gemacht. Tja, und dann haben meine Frau und ich uns mit unserem eigenen Geschäft in der Kreuzberger Urbanstraße selbstständig gemacht. 1981 bin ich dann mit dem Geschäft nach Tegel in die Brunowstraße 51 umgezogen. Schließlich wohnten wir in Hermsdorf, und Tegel war eine gute Adresse. Diesen Schritt habe ich nie bereut. Zum Jahreswechsel 1989/90 sind meine Frau und ich dann ausgestiegen und haben das Geschäft Tochter und Schwiegersohn übergeben. Aber natürlich war ich auch danach immer noch oft hier – wenigstens, um zu klugscheißern (lacht). Aber mal im Ernst: Ich bin immer gerne hier, und viele Stammkunden, sogar noch aus Kreuzberg, kommen immer noch her und freuen sich, mich zu sehen.

Was fasziniert Sie an der Arbeit dieses speziellen Handwerks?

Gerald Denner: Das Handwerk hat immer Zukunft. Das ist wohl das, was ich an diesem Beruf so beeindruckend finde. Es gibt immer die Möglichkeit, etwas herzustellen – und wenn nicht für die Kundschaft direkt, dann erst einmal fürs Lager. Das Herstellen von Schmuck ist für mich auch heute noch wichtig. Deshalb habe ich noch eine Werkbank zu Hause, an die ich mich oft setze. Zudem ist es faszinierend, dass jeder Goldschmied seine eigene Handschrift hat und man an den Schmuckstücken erkennt, wer sie gemacht hat.

Woran erkennt man Ihre besondere Handschrift?

Gerald Denner: Meine Spezialität sind Siegelringe. Sie speziell zu feilen und zu fertigen, machen sie zu besonderen Schmuckstücken.

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